Boris allein auf Reisen

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Reisetagebuch


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Udaipur | Indien | Donnerstag - 16.01.2020 - 16:12 - GOOGLE MAPS 
9 Dachterrassen

Gut geschlafen und Frühstück auf der bezaubernden Dachterrasse, umschwirrt von grünen Papageien oder Sittichen. Buche online den nächsten Bus. Danach zu Fuss durch eine nette Strasse zum Zentrum. Sehe, wie vor dem schönen Tempel von gestern ein Einheimischer der grossen Bettlergruppe essen und etwas Geld geben wird. Die Gruppe wird auf einmal zum rasenden Mob und sie zerreissen den armen Mann fast, er lässt sich aber nicht beirren und gibt weiter. So etwas habe ich in Thailand nie gesehen. Den Tieren wird auch immer etwas zu essen oder zu trinken gegeben, vor vielen Kühen liegt etwas Gras, Hunde werden gefüttert und Tauben getränkt. Sehe im sonnenuntergangsghat von gestern mehrere Frauen die ihre Wäsche im See waschen. Sie schLagen stundenlang mit Holzknüppeln auf die Wäsche ein.

Laufe wieder über die Brücke und sehe mir die Seen nochmal im Sonnenlicht an, leider ist es etwas diesig, oder staubig, smogig. Werde andauernd angesprochen und am Tempel mit Palastblick durch einen Pärchenfototermin vertrieben. Mann braucht dafür eine große johlende Gruppe Fotografen, der Mann steht vor der Frau, welche in lange wehende Gewänder gehüllt ist, dann muss die Frau langsam mit wehendem Kleid hinten um den möglichst cool rumstehenden Mann schreiten, wenn möglich mit ein paar exaltierten Drehungen, so geht das.

Auf dem Rückweg fällt mir auf, dass meine Busbuchung falsch ist, bei der Suche wurden scheinbar 2 Städte angenommen, habe wohl einen Bus in die falsche Stadt. Setze mich neben die Brücke an den Fluss und storniere und buche richtig. Mit 2 Handys und Kreditkarte, total sichere Sache. Werde dabei angebettelt und von 2 netten  Schulljungen vollgequatscht, die an mir ihr Englisch erproben.

Schlendere langsam ins Hotel. Werde noch von von einem Schneider angesprochen, der 3 Jahre in Deutschland Modedesign studiert hat, er ist sehr nett, aber nein ich trage keine Anzüge, und lege mich 1,5 Stunden ab. Dann bekomme ich ein Whatsapp Nachricht von den beiden Bayern aus Jaipur. Sie sind grad in der Stadt angekommen und wir verabreden uns zum essen. Treffen uns und landen auf einer Dachterrasse mit Blick auf die Bollywood-Hotelinsel im See, eines der teuersten Hotels des Landes, die Nacht kostet wohl mehre tausend Euro. Das Essen ist mittelmäßig, aber es ist eine gute Atmosphäre. Wir sitzen da, reden über die Wohnungssituation, sie zahlen 1300 € für 75 m2, bis der Laden gegen 23:00 zumacht und ich trinke diszipliniert dreieinhalb grosse Bier. Auch sehr sicher, ich muss erst um 6 Uhr raus und fahre dann 5,5 Stunden mit dem Bus.


nächstes ziel:  Jodhpur

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Udaipur | Indien | Dienstag - 14.01.2020 - 17:05 - GOOGLE MAPS 
8 Noch ein Stadtpalast

Habe einen Tag praktisch nur auf der Dachterrasse verbracht. Trotz der mindestens 5 sich überlagernden soundsystems kann man es hier aushalten. Nur kurz raus um eine Cola zu kaufen und Geld abzuholen. Bekomme nur leider kein Geld, weil der atm sich weigert, evtl. ist einfach nicht mehr genug Geld drin. Denke, dass ich noch genug habe, aber beim auschecken reicht es nicht, so dass ich nochmal los muss. Finde dann auch einen funtionierenden. Die ganze Stadt hängt voller gekappter Drachenleinen, überall liegen abgestürzte Drachen. Das geht hier wohl ca. 1 Monat so weiter.

Sitze rum, beobachte 3! Balzende Streifenhörnchen auf der Fassade gegenüber, esse gegen 20:00 im Hotel, sicherheitshalber, diesmal ein eher süßliches gemischtes Gemüsecurry, aber die schärferen Gerichte sind einfach besser, und fahre gegen 21:20 mit einem tuktuk zum Bus. Finde ihn auch gleich und gegen 22:15 gehts los.

Habe ein Zweierabteil für mich, relativ sauber, keine Bettdecken, nur eine dünne Acrylwolldecke, alle Abteile durch Glasschiebetüren unterteilt. Nach dem losfahren geht die Klimaanlage los, fürchte schon zu erfrieren, aber es wird schnell warm und im Laufe der Nacht richtig heiß.

Kommen gegen 6:00, also 15 Minuten zu früh, in Udaipur an. Feilsche hart am tuktukstand und gebe dann am Ende doch den vollen Preis, weil nur einer bereit ist mich zu fahren, feilschen ist irgendwie albern.

Die Strasse wird gerade neu gebaut, scheinbar im halben Ort gleichzeitig, so dass ich die letzten 300 Meter zu Fuss gehe. Stehe im dunkeln um 6:30 vor dem verschlossenen Tor, es gibt nicht mal ein Schild des homestays. Laufe kurz rechts, links, als ich zurückkomme ist das Tor auf. Laufe in den netten Hof und treffe einen Mann der die zuständige Dame weckt, checke ein, ohne vorherige Ansage, und gehe gegen 7:00 morgens ins Bett. Der Raum ist nett und sehr sauber, aber liegt leider direkt im EG neben der Rezeption und einem Aufenthaltsraum, nur abgetrennt durch eine Glaswand mit Vorhängen, Verschluss ist eine Stahlstange von innen und ein Vorhängeschloss von aussen. Das Haus ist scheinbar eine alte Stadtvilla mit ruhigem Hof, direkt neben einem kleinen Tempel.

Schlafe bis 11:00 und habe erstmal kein Warmwasser und keinen Strom. Laufe zu einem dreckigen cafe und esse frühstück, erkenne leider erst nach und nach wie dreckig das wirklich ist aber esse trotzdem ein Omlette und trinke Kaffe, der nach curry schmeckt. Laufe danach zum Stadtpalast aus dem Jahr 1553, an dem 400 Jahre rumgebaut wurde. Das ist auch zu erkennen, er ist sehr gross und wirkt sehr zerstückelt. Laufe 2 Stunden durch unendlich viele lange schmale Gänge und Treppen, mal runtergekommen, mal mit Marmor ausgelegt, mal gefliesst wie ein alter berliner Hausflur oder eine Fleischerei. Zwischendurch Räume mit Fliesen, mit Glasscherben verkleidet, mit Schaukeln, mit Vogelkäfigen, mit Waffen, mit Pappmachepferden, mit Pappmaharadjas, ein kleiner Raum mit Wandmalereien, schattige Höfe, Kreuzgänge?, Balkone usw. usf.. Irgendwann eine kleine aber sehr feine Skulpturausstellung und eine Bildergalerie mit Wimmelbildern. Ich stosse mir 2 mal kräftig den Kopf, da die Türen nur ca. 1,7 m hoch sind. Es ist unentwegt ein Kampf mit den Einheimischen um die besten Selfieplätze und Fotomotive, insgesamt wirkt der Palast innen aber eher etwas seltsam, teilweise hat es etwas von einer 50er Jahre Inneneinrichtung und ist manchmal auch etwas runtergekommen. Entscheide mich anschließend gegen eine Bootsfahrt auf dem benachbarten See, da diese ab 14:00 Uhr 300 Rupien mehr kostet.

Spaziere durch den Markt vor dem Palast und zum benachbarten Tempel jagdish mandir im indo-arischen Stil von 1651. Eine steile Treppe führt hoch, oben Schuhe aus, leider alles von Vögel verdreckt. Der Tempel besteht aus Marmor und ist rundherum in mehreren Reihen mit Elefanten, Pferden, Tempeltänzerinnen etc. verziert. Viele Einheimische laufen im Kreis um den Tempel und beten. Ich beobachte ein Streifenhörnchen, das akrobatisch auf den Wasserspeicher klettert um zu trinken. Ein schöner Tempel und ein ruhiger netter Ort. Finde meine Schuhe wieder, und gehe raus. Draussen sitzt ein heiliger Mann unter einem Elefanten und will eine Spende, dafür fotografiere ich ihn dann auch mal. Ich nehme an, das ist seine Hauptbeschäftigung, Fotomodell.

Zurück wandere ich durch die Altstadt, hier ist es etwas weniger verdreckt als in Jaipur, aber auch hier gibts so Problemecken. Manche Häuser sind zusammengebrochen und wurden einfach so liegengelassen. Aber es gibt auch immer wieder schöne ältere Häuser dazwischen. Irgendwo eine Zeremonie mit bunt gekleideten Frauen, die irgendwelche Gefässe auf dem Kopf balancieren und sich zu lauter Trommelmusik bewegen.

Dusche zuhause erstmal richtig heiss und gucke mir die Dachterrasse an, sehr schön, mit kleinen Pavillons und lauschigen Sitzecken. Diese schönen Orte in den Häusern und Parks  passen irgendwie nicht zu den Chaos und Dreck draussen.

Laufe nochmal in die Stadt und gucke mir den Sonnenuntergang an einem der vielen Seen mit Blick auf den Stadtpalast an. Verstehe ein wenig, warum das als eine der romantischsten Städte Indiens gilt. Auf dem Rückweg macht mich der Verkehr doch etwas krank, es ist laut und stickig und staubig. Das andauernde unmotivierte, grelle, überlaute Hupen von 20 bis 30 Fahrzeugen gleichzeitig zermürbt einen langsam. Als ich nach Hause komme habe ich das Gefühl von einer Staubschicht bedeckt zu sein. Esse in der Empfehlung des Hotels, da bei meinem selbst rausgesuchten Restaurant gar niemand sitzt. Versuche nochmal chillie paneer, ist aber schlecht und teuer. Mehr geht nicht.


nächstes ziel:  Udaipur

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Jaipur | Indien | Montag - 13.01.2020 - 08:34 - GOOGLE MAPS 
7 InformationsabendFrühstück mit klebrigen Käsetoasts und leckeren Pfannkuchen. Die bayrische Wandergruppe besteigt den benachbarten Berg mit einem Fort, ich sitze erstmal bei dröhnender und gleichzeitig plärrender indischer Musik aus der Nachbarschaft auf der Dachterrasse, das ganze Haus vibriert.

Mittags laufe ich zum Stadtpalast. Teurer Eintritt und der Palast ist eher enttäuschend. Mehrere Höfe mit verzierten Gebäuden, lange Mauern mit einfachst  aufgemalten Mustern. Der Eingang zum zweiten Hof wird von 2schönen Marmorelefanten mit schnurbärtigen Reitern bewacht. In den Gebäuden darf nicht fotografiert werden, das wird     auch penibel überwacht. Sehe eine Stoff- und eine Waffensammlung sowie den Zeremoniensaal mit seltsam glatten Ölbildern und Fotografien der letzten Maharadjas. Der derzeitige lebt wohl noch im Palast, wenn er in der Stadt ist. Auf dem letzten Hof dann der Grund, warum die Einheimischen hier rein gehen. Zwei bunt verzierte und bemalte Nieschen führen zu langen Schlangen und Fotoorgien der g    mzen Familie in diversen Siegerposen. Hier sehe ich das erste Mal auch chinesische und deutsche Reisegruppen. Die benachbarte Sternwarte mit der größten Sonnenuhr der Welt spare ich mir.

Schlender danach nochmal zum hawa mahal, der Windpalastfassade und danach langsam zurück. Im Hellen fällt mir doch auf, dass die Stadt ziemlich abgerissen ist. Viele Häuser sind baufällig oder schon halb verfallen, überall in den schmalen Gassen Kühe und seltsamerweise Schweine und ihre Hinterlassenschaften, Müllberge. Dazwischen einzelne nette Strassen, die besser in Schuss sind. In vielen Häusern Leute die irgendwelche Sachen herstellen oder etwas kochen oder die kleinen Papierdrachen verkaufen. Über allem hängt ein zarter Uringeruch. Stängig muss man aus dem Weg springen, weil Mopeds hupend vorbeirasen.

Wechsel kurz das Zimmer, netter, sehr sauberer Raum, viel ruhiger, nicht mehr direkt an der Rezeption. Den Rest des Abends sitzen wir alle auf der obersten der drei Dachterrassen, trinken Bier und reden in einem im Laufe des Abends immer verworrener werdenden Gemisch aus deutsch und englisch. Der Engländer, gerade Lehrer in China, versteht auch deutsch, da er zum Teil in Deutschland studiert hat. Er löchert den Gastgeber ununterbrochen mit Fragen, i have ONE question, geht es den ganzen Abend. Ich weiss jetzt immerhin, dass der Besitzer aus der Brahmanenkaste stammt und trotzdem gerne Fleisch isst und Alkohol trinkt, er bereits mehrfach in Europa und auch in Deutschland war, er mal einen heiligen Mann geohrfeigt hat, weil der einfach nur viel Geld wollte, er Rammstein kennt, also die Band, seine Frau diese Stadt nicht mag, das Hotelgebäude erst vor einigen Monaten gekauft und saniert wurde, das süße Kind mit 1,5 Jahren schon auf englisch bis 10 zählen kann, die Kühe niemandem gehören und sich überwiegend von Plastik ernähren usw.. Der Boss hat eine Tüte mit frittierten Gemüsebällchen und Joghurt zum stippen mitgebracht.

Um uns herum werden es immer mehr Drachen, alle Dächer sind brechend voll mit Menschen, Musik plärrt, irgendwann steigen auch große brennende Papierlampions in die Luft, Raketen steigen auf und Böller knallen, richtige Böller, das Haus wackelt praktisch. Zum Fest in 2 Tagen haben sie wohl 50 Leute auf dem Dach, am frühen Abend läßt der Chef auch mit mehreren Bekannten seine Drachen steigen. Wenn sich Drachen verhaken muss einer seinen losschneiden. Es ist eine Art Wettkampf.

Ich bekomme zwischendurch noch Abendessen auf die Terrasse, eine Art curry mit kleingehaktem paneer, Rahmkäse, sehr gut und schön scharf.

Das bayrische Paar muss um 4:30 raus aber wir trinken trotzdem ein Bier nach dem anderen. Schaffe es um 0:30 nicht mehr Bus und Hotel zu buchen. Da es einen Rohrbruch am Wassertank auf dem Dach gibt, läuft die ganze Nacht laut rauschend Wasser ab, direkt an meinem Fenster vorbei. Es klingt wie ein Wasserfall.
nächstes ziel:  Udaipur

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Jaipur | Indien | Sonntag - 12.01.2020 - 07:25 - GOOGLE MAPS 
6 Elefanten streichelnMittelgut geschlafen, das Bett ist eher ein Brett. Frühstück ist einfach, kleine indische pancakes aus Kartoffeln, Blumenkohl usw. und Sandwiches mit Gurke und indischer Mayonnaise. Schmeckt beides viel besser als es aussieht. Schliesse mich einer Gruppe aus 2 Mädchen aus Regensburg und einem Pärchen aus München zu einem Ausflug zum Fort Amer an, nach mir springt noch ein Engländer rein. Im Laufe des Tages stellst sich raus, dass niemand eigentlich weiss, was eigentlich vereinbart ist, sowohl Ziele als auch Preis. Die beiden Mädchen sind mit Tüchern verhängt. Sie haben wohl gar keine warmen Sachen mit und frieren seit Tagen ziemlich. Es wird aber ein schöner Tag bei Sonne und ca. 20 Grad.

Fahren 20 Minuten mit superman von 'superman tours', darunter gehts nicht, in 2 tuktuks zum Fort. Kurzer Fotohalt, sofort eilen 2Inder mir Turban und Bastkörben herbei, machen die Körbe auf, fangen an zu flöten und 2 Kobras kommen aus den Körben. 2 aus der gruppe fallen sofort in Ohnmacht. Und wir springen in die tuktuks und fahren zum Fort. Hier ist viel los, auch viele indische Touristen. Laufen mehrere Rampen zum Fort hoch, müssen den ganzen Elefanten ausweichen, auf denen Leute hochreiten. Von uns macht das zum Glück niemand, das ist bestimmt nicht artgerecht, sogar unser Fahrer meint, dass der Boden nicht gut ist für die Tiere und sie auch nicht gut behandelt werden.

Kaufen teure Touristen-Tickets und vereinbaren Treffpunkt in ca. 1 Stunde. Das Fort ist eher ein Palast mit unendlich vielen Räumen in mehreren Ebenen rund um einen grossen Innenhof, alles in leicht islamischer Architektur. Leider wenig Wand- und Deckenbemalung, trotzdem sehr schön. Irgendwo steht noch eine Holzkonstruktion um Wasser aus den Untergeschossen hochzupumpen. Im Keller dann ein grosser Tunnelbereich, in dem riesige Fledermäuse wie grosse Spinnen an der Decke hängen.

Treffen uns alle wieder, bis auf den Engländer, der ist scheinbar auf die höherliegende 2.Festung gestiegen. Warten 30 Minuten, fahren dann zu 5. in einem tuktuk zum Stufenbrunnen Panna Meena. Im Gegensatz zum letzten in Delhi ist dieser quadratisch angelegt und es führen lauter gegeneinander gesetzte Stufen nach unten. Der brunnen ist nicht mehr in Betrieb und man darf leider auch nicht runtersteigen. Jedenfalls ein ziemlich grosses Bauwerk um Wasser zu holen.

Irgendwann kommt auch der Engländer und wir fahren zu einem Palast im Wasser. Kurzer Blick und weiter zum essen. An einem Straßenstand gibts gute teigtaschen und chai, offensichtlich doch kein russisches Wort. Ich frage nach frittieren chillies, da ich diese schon im Park in Delhi gesehen habe. Ich bekomme eine und sie ist sehr nett, eine grosse grüne chillie mit Teig ummantelt und frittiert.

Anschliessend gehts zum elefantenumarmen. Ein kleines Camp und man kann Elefanten kennenlernen, streicheln, füttern, bemalen und ausführen. In dieser Reihenfolge sind auch die Preise gestaffelt. 3 aus der Gruppe wollen zumindest mal anfassen und füttern. Ich halte mich da raus, obwohl das schon sehr schöne Tiere sind, allerdings ziemlich klein. Zumindest sehe ich keine Stöcke und Pieker.Jetzt kommt die Verkaufstour. Wir werden in einem Laden abgeben, in welchem im vorderen Raum auf 3 langen Tischen Stoffe per Hand mit grossen Holzstempeln bedruckt werden, in teilweise bis zu 5 Durchgängen mit cerschiedenen Stempeln und Farben. Sieht eigentlich ganz schön aus, im abgeschlossenen nebenraum sollen wir dann Tücher, Shirts oder Anzüge kaufen. Zum Glück erbarmt sich der Bayer und kauft seiner Freundin ein Tuch zum Geburtstag.

Danach will noch irgendwer zum Affentempel. Landen in einer mülligen Strasse, in der sich Unmengen an Affen mit Kühen und Hunden um Nüsse streiten, die an vereinzelte verirrte Touristen zum verfüttern verkauft werden. Laufen noch eine Rampe hoch, hier kommt auch noch eine Ziegenherde dazu. Einem der Bayern hat sich ein Führer aufgedrängt, der ist nachher mit dem Geld nicht zufrieden, da kauft er ihm noch Zigarette.Stehen noch 30 Minuten im Stau und kommen erst gegen 17:30 zurück. Am Ende gibt jeder 300 Rupien, das sind keine 4 Euro.

Wir trinken noch ein Bier auf der Terrasse, überall sind Leute auf den Dächern, man wird von allen Seiten gegrüßt, es sind hunderte von Papierdrachen in der Luft, sehr schön. In drei Tagen ist hier ein grosses Drachenfest, mit Musik und Lampions, scheinbar üben alle schonmal.


Gehe mit den Deutschen zu einem teuren Dachterrassenrestaurant mit wirklich netter Aussicht. Habe ein palak paneer, merke aber wieder einmal, dass ich das nicht mag, wollte nur mal probieren ob es hier anders ist, und ein göttliches chillie paneer, indischer Rahmkäse mit Paprika und Chillies. Der Bayer als erklärter Carnivore kann gar nicht aufhören davon zu kosten. Er ist ein Barman, der gerade seinen Job gekündigt hat, auch schön. Im dunkeln durch die langsam schliessenden Märkte nach Hause. Leider gibts kein Bier mehr im Hotel, ich vermute mal, dass sie immer erst eins kaufen, wenn es bestellt wird.

Werde wahrscheinlich noch eine Nacht hierbleiben, mich auf der Dachterasse entspannen und dann mit einem Nachtbus 7 Stunden nach Udaipur fahren.
nächstes ziel:  Udaipur

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Jaipur | Indien | Freitag - 10.01.2020 - 18:11 - GOOGLE MAPS 
5 Shabby Bus

Heute ist nichts weiter passiert. Ich bin rechtzeitig rausgekommen, um 9:00. MEIN Cafe hatte überraschend zu, musste ich also zur german bakery. War ok, aber der Kaffee war schlechter, das können die Deutschen einfach nicht.

Beim rausgehen überrumpelt mich ein Schuhputzer. Ich stimme zu, auf einmal sinds schon zwei. Ich muss meinen Schuh ausziehen, dann fängt er auf einmal an eine kleine Fuge im schuh zu kleben und reicht den Schuh dann dem anderen, der auf einmal anfängt den Schuh zu nähen, durchs Leder durch. Bei dem anderen Schuh habe ich dann abgelehnt und auch nicht den auf einmal verzehnfachten Preis gezahlt, wegen der Sonderleistung. Eigentlich waren diese Schuhe mal wasserdicht.

Das Busunternehmen ist sehr professionell und hat am Abend noch einen link mit Karte zum pickup Punkt geschickt, ist natürlich nicht da, wo mir der Portier gesagt hat. Fahre eine Station mit der Metro und bin schon da. Stelle fest, dass genau hier der Hanuman-Tempel ist, den ich gestern nicht gefunden habe. Der Eingang ist ein geöffneter Mund, sehr stilvoll und tiefsinnig.

Stehe 20 minuten auf einer Mittelinsel im hupenden Verkehr und bekomme sogar einen Anruf vom Busfahrer. Irgendwann kommt der Bus, hält mitten auf der Strasse, blockiert alles und ich springe rein. Es ist eher ein Bus im staubigen shabby look. Sleeper und Sitzplätze in einem, auch über den Sitzplätzen wird geschlafen, deshalb sind diese sehr flach. Gardinen sind zu, die ganze Fahrt über, deshalb sehe ich nicht viel, ist aber auch mal ganz entspannend.

Raus aus Dehli, Industrie, irgendwann flache Landschaft mit einzelnen Hügeln. Aussicht wie immer in Asien, Frauen welche auf Baustellen arbeiten, Schafsherden grasen auf der Strasse, eine Raststätte mit einem grossen Turban auf den Dach.

Kommen pünktlich um 16:00 in Jaipur an und nach kurzer Verhandlung gehts mit tuktuk mit googlemaps ins Hotel, pink elephant. Suche wieder etwas herum, diesmal gibts zum Glück Schilder. Der Hofeingang sieht eher schlimm aus, sobald man im Haus ist, ist alles gut. Ein älteres Haus, innen saniert mit drei Dachterassen. Mein Zimmer ist eher für 4 gedacht also schön gross, liegt aber leider zur Rezeption hin und hat kein Fenster. Dusche geht auch nicht, nur die indische Variante mit Plastikschüssel.

Laufe erstmal in die Stadt. Das war einmal die pinke Stadt, da alle Häuser rosa angemalt waren, davon ist aber erstmal nicht mehr viel zu sehen. Die Innenstadt ist sehr geometrisch angelegt mit Vierecken aus grossen Strassen voller lautem Verkehr und dazwischen kleinen Gassen, mal nett, mal übel, mit grell hupenden vorbeischiessenden Mopeds. zwischendrin doch einige Müllberge. Laufe zum Palast der Winde, eine absurde Fassade, die wohl dazu diente, dass sich gehobene Frauen das Leben auf der Strasse angucken konnten, ohne gesehen zu werden. Der Verkehr ist übel. Man kommt kaum noch durch und es ist total laut.

Laufe danach durch kleine Gassen zurück, überall Geschäfte, oft thematisch in Strassenzügen angeordnet, dazwischen Essenstände, u.a. ein Popcornstand und Kühe, Mopeds. Irgendwann mittendrin eine Strasse mit buntesten Bollywoodgewändern. Das wird hier aber tatsächlich auch getragen.

Im Hotel geht mein Wasser erstmal nicht, muss erst angestellt werden. 20:30 essen im Erdgeschoss mit anderen Touristen aus Holland, England und Spanien. Es gibt kleine selbstgebackene Teigteile mit einem ziemlich leckeren Kichererbsencurry. Es wird solange nachgekippt und gelegt bis alle satt sind. Die Beilagenchillie auf dem Teller schneide ich mir auch rein, dann ist es richtig gut. Danach noch ein frittiertes Backwerk, das aussieht wie eine kleine Bockwurst, bzw. irgendwas vom Elefanten wie der Holländer bemerkt, aber sehr lecker und sehr süß ist.

Bin sehr gespannt, ob ich hier schlafen kann. Stelle grad fest, dass das Bett auch eher ein härteres ist. Lasse erstmal 1Stunde den Heizlüfter laufen. Musste auch schon meinen Fliss wieder rausholen, ist doch frisch hier.


nächstes ziel:  Jaipur

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