Boris allein auf Reisen

INDIEN 2020
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Reisetagebuch


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Jaisalmer | Indien | Sonntag - 19.01.2020 - 16:45 - GOOGLE MAPS 
14 Jain

Mittelgut geschlafen, das Bett ist wirklich sehr hart. Buche im Bett einen Flug ins schöne Delhi, da ich mich noch nicht bereit fühle für 18 Stunden Zugfahrt. Hoffe, dass ich schnell zum Bahnhof komme ind vielleicht noch einen Zug nach Agra bekomme. Von dort will ich nach Ochho, Khajuraho und Varanasi. Danach wollte ich nach Aurangabad fliegen und der Rest ist offen, wenn ich noch Zeit habe. Siehe auch https://www.google.com/maps/d/viewer?mid=1VL2lAfm0FUr0ZfhDvkTYUzPvofNaNI85&ll=26.234026401342376%2C79.56829467490729&z=5

Omelette auf der Dachterrasse, völlig alleine, dann meinem Nachbarn bei der Morgentoilette gelauscht, die Bäder haben eine offene Verbindung unter der Decke und nochmal in die Festung. Habe mich gegen Ausflüge und Kamelsafari entschieden. Geniesse lieber nochmal die Stadt. Durchs schöne Stadttor und die wieder verschlungene Zuwegung. Laufe dieselben Strassen wie gestern, ein Stück innerhalb der leider total zugemüllten mehrfachen Stadtmauer. Hier liegt irgendwo ein Stück altes Sandsteinkapitel, das ich am liebsten sofort einpacken würde. Es ist leider ein wenig zu groß für mein Handgepäck. Finde die in der Stadt liegenden, komplett ineinander gebauten 5 Jaintempel. Sie sollen 500 bis 800 Jahre alt sein, sehen dafür aber eigentlich zu gepflegt aus. Meint auch ein Spanier den ich dort treffe, der mir in Jodhpur erzählt hatte, dass er einen Job in einem Guesthouse in Jaisalmer für Marketing bekommen hat. Das hat er wohl nach 2 Tagen bereits geschmissen, da er nur rumgesessen hat. Allerdings hat er eine Safari gemacht und meinte, er hätte noch nie in seinem Leben so gefroren. Die Tempel sind trotzdem schön und vor allem relativ ruhig. Es gibt unfassbar viele Steinarbeiten mit Figuren, zusammenhängende verschlungene Bögen, Buddhafiguren, viele Reliefs, viele Chinesen. Jaintempel sind wohl berühmt für ihre aufwenige Gestaltung. Die Jain sind neben dem Hinduismus, Islam, Buddhismus und den Sikh eine der großen Religionen in Indien, sie leben vollkommen gewaltfrei, sie sind also alle Vegetarier, normalerweise müssen deshalb in den Tempeln Ledersachen abgegeben werden, darauf wurde hier aber nicht geachtet.

Danach durch die Stadt, laufe eine Zeitlang 2 Schweizerinnen mit Führer hinterher, höre ein bisschen zu und wir lachen herzhaft, da wir immer dieselben Fotos schiessen. Einen guten Kaffee auf der Stadtmauer und irgendwann gehe ich raus, Spiessrutenlaufen -Souvenir, Souvenir, Schuheputzen, Führer. Komme aber irgendwie durch. Die meisten Gespräche laufen so: 'Were you from' 'germany' 'achso, wie gehts, moin moin'. Dann bin ich meistens schon vorbei. Manche sind hartnäckig und haben auch immer irgendwo einen Freund in Deutschland. Einer fragt mich sogar ob ich aus dem Osten bin. Na toll. Er hat wohl einen Freund in Dresden.

Habe Lust auf den Essenstand von gestern, gehe in eine Strasse direkt am Fort und da ist er schon. Ohne Hunger geht das irgendwie einfacher. Nehme eine Art flache Samosa mit Zwiebeln und Kartoffeln gefüllt und wieder eine Chillieschote. Sehr würzig alles, lecker. Danach Chillen im Raum, Telefonate nach Berlin über Signal.

Gehe zum Sonnenuntergang nochmal raus in die Stadt einen letzten Blick werfen. Total leer und entspannt. Sehe eine Frau, die ihe Curry-Essensreste in die Abwasserrine kippt, sofort ist eine Kuh da und schleckt das Curry weg. Ich habe erst einmal, bei der Herfahrt in der Steppe, Kühe auf Rasen, oder etwas ähnlichem, gesehen, ansonsten leben sie scheinbar lieber in den Orten.



Ich esse im selben Restaurant wie gestern, ich habe es gut vertragen, safety first. Das Aloo Gobi ist aber nicht so gut, drückt schon etwas beim essen. Auf dem Weg nach Hause noch schnell ein Selfie mit Kuh, wieder ein Tag geschafft. Ich habe auf meinem alten Handy eine Bildbearbeitungsapp gefunden, mit der man Selfies veredeln kann, also Gesicht weichzeichnen, Augen größer und vor allem Gesicht schmaler, das werfe ich alles zu 100% an, dazu noch der Nostalgiemodus mit 50er Jahre Diafarben, voila, fertig ist das vollkommen natürliche, authentische Selfie.


nächstes ziel:  Delhi, eventuell Agra

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Jaisalmer | Indien | Freitag - 17.01.2020 - 12:41 - GOOGLE MAPS 
13 Die goldene Stadt

Morgens raus und vor einem dunklen Reisebüro abgesetzt. Warte 15 Minuten, der Bus sollte schon dasein Es kommen noch 2deutsche Mädchen, die unabhängig voneinander jeweils mehrere Monate alleine unterwegs sind. Sie fühlen sich wohl ganz sicher, gehen aber Abends im dunkeln auch nicht raus. Bus kommt und wir fahren mit Entertainment in 5,5 Stunden durch flache, dünn bewachsene Steppenlandschaft nach Jaisalmer. Ich sehe eine Bollywoodklamotte, sieht aus wie Charlies Tante, und einen geschichtsklitternden heroischen Bollywoodchinken, mit einer tapferen Kriegerprinzessin, die gegen böse, frauenschlagende und bücherverbrennende Engländer ins Feld zieht, bevor sie am Ende lächelnd verbrennt. Naja. Das alles natürlich bei voller Lautstärke. Zwischendurch wird angehalten, weil ein Fahrer bei einem Strassentempel mitten im Nirgendwo Abgaben leisten muss.

Werde am Ziel mit dem Auto abgeholt, das kann man für 4 Euro auch schon erwarten. Lese im Nachhinein, dass schon Leute aus dem Hitel geschmissen wurden, weil sie keine Kamelsafarie machen wollten. Ich will auch keine machen, aber das scheint kein Problem zu sein. Hotel liegt ausserhalb des Forts in einem Wohngebiet, nettes Haus, Dachterasse mit halbem Fortblick, Zimmer sauber. Bad stinkt ein bischen, aber für diesen Preis völlig ok. Matratze ist allerdings sehr sehr hart.

Bekomme einen Kaffee und laufe los. Alles etwas entspannter hier, viel weniger Verkehr und das Fort ist klein und wunderschön. Komplett aus gelbem Sandstein gebaut, im Inneren tolle alte Havelis und Tempel. Das Innere ist wie eine Kleinstadt bewohnt, es gibt auch viele Hotels, leider gibt es noch mehr Souvenirläden, es gibt eigentlich praktisch nichts anderes. Der Ort ist laut Reiseführer das Rothenburg ob der Tauber von Indien, es sind allerdings auch viele indische Touristen hier.

Trinke irgendwann einen Kaffe, sehr schlecht und sehr teuer, und treffe einen Deutschen, den ich in Jaipur gesehen hatte, der ist in Pushkar hängengeblieben und hat dort viel getrommelt und wurde auf eine indische Hochzeit eingeladen. Als Deko? Er zahlt jedenfalls nur 2 € und da ist das Frühstück mit drin, ich zahle also definitiv zu viel.



Gehe nach 2 Stunden raus aus der Stadtmauer und schaue mir die Aussenstadt an, auch hier tolle alte Häuser sowie ein nahezu göttlicher Essensstand. Nehme ein Chilliepakora und ein undefinierbares Teigteil aus Gemüse, beides sehr gut. In der Chillie ist diesmal noch ein bisschen Curry eingebacken, das ist richtig lecker. Irgendwann zurück, ablegen in der Fensternische in meinem Zimmer und dann in 5 Minuten zu Fuss zum Sunrisepunkt an einem kleinen See mit mehreren romantisch angeordneten Sandsteinpavillons. Man kann den See auch mit Tretschwänen befahren. 2 seltsam colorierte Designergänse schnattern am Ufer lang.

Dann wirds anstrengend, gucke im Hotel ob ich hier was esse, bin aber der einzige, gehe raus und kann mich nicht entscheiden. Kritiken sind alle ambivalent, die meisten Restaurants sind leer. Neben mir stoßen 2 Mopeds zusammen, die Maschinen segeln über die Strasse, kurz abklopfen und weiter. Suche den Pakorastand aber finde ihn leider nicht wieder. Erschecke mich mehrfach, da mir in den dunklen Strassen immer wieder die teilweise riesigen Kühe entgegenkommen. Gehe letztendlich in einen Laden in dem 2 Touristen und einige Inder sitzen, der Tandooriofen im 1. Raum verbreitet eine nette qualmige Lagerfeuerathmosphäre, und esse ein 'paneer irgendwas' mit einer roten Currysoße, und mehrere Naans. Nach Hause, ins Betonbett und den kläffenden und kämpfenden Hunden zugehört. Als alle tot sind kann ich endlich schlafen. Beim letzten Blick aus dem Fenster zieht vor dem Fenster gemächlich eine Kuh mit ihrem Kalb vorbei.



Habe von den Deutschen in Jaipur ein Video zum Kitefestival bekommen, das sieht aus wie Bürgerkrieg und scheint ein großer Spass für die ganze Familie zu sein.


nächstes ziel:  Jaisalmer

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Kommentare - Beitrag

Nicole -
19.01.2020 - 13:59:33 Uhr
Fur 4 Euro hatten wir ja was Schlimmes erwartet, aber das Zimmer mit Aussicht sieht gut aus.

Mir ist aufgefallen, dass man Dich nie auf den Fotos sieht...bitte ein Selfie mit Kuh!
Jodhpur | Indien | Freitag - 17.01.2020 - 12:41 - GOOGLE MAPS 
12 Meherangarh

Gut geschlafen, bis der Muezzin ruft bzw. schreit, natürlich mit Megaphon, sonst könnte es ja jemand überhören. Frühstück mit Toast und Omelette, dann los, ich muss Geld wechseln. Der Laden den ich mir vorher ausgesucht habe, hat nicht offen, der nächste hat kein Geld, i'm waiting for my boss, maybe in one hour... Also muss ich nochmal runter zum Uhrenturm und finde einen atm. Der Verkehr ist morgens viel angenehmer stelle ich fest, es ist noch nicht so voll und alle halten sich noch vornehm zurück.

Wieder los zum 120m hoch auf einem einzelnen Felsen über der Stadt trohnenden Fort Meherangarh, ursprünglich aus dem 15. Jrhd.. Das alles bei schönem, halbwegs klarem und warmem Wetter. Mir fällt auf, dass alle diese Orte und Festungen Namen haben, die klingen als wären sie im Herrn der Ringe beschrieben und sie sehen dazu auch meist noch so aus, immer ziemlich prätentiös, verspielt, kitschig und immer ein wenig zu viel und zu gross.

Beim Eintritt wird man auch nach Selfiestäben gefragt und hätte sie wohl abgeben müssen, scheinbar gab es in der Vergangenheit einige schwere Selfieunfälle. Zum Eintritt der Festung gehört ein Audioguide, den ich diesmal auch nutze. Ein Mann mit brittischem Akzent klärt mich über die 33 Stationen auf. Man wird wie immer auf einem starr festgelegten Parcour geführt und sofort weggewunken, wenn man ausschert. Es ist diesmal aber nicht ganz so undurchsichtig wie in Udaipur, dort gab es lange, enge, verwinkelte Gänge und man wusste nie wo man sich befindet. Hier wurden eher konservativ klare, größere Räume in mehreren Etagen gebaut und um halbschattige Höfe gruppiert. Der Eingang, und allgemein unten und hintenrum, ist sehr massiv und wehrhaft und musste seinerzeit auch Elefantenangriffen wiederstehen. Aus diesem Grund gibt es in der Zuwegung ein paar Knicke um den Anlauf einzuschränken. Es gibt wohl 7 Palasttore, am letzten befinden sich ein paar rote Handabdrücke von Maharanis, welche sich nach dem Tod ihrer Männer selbst verbrannt haben, allerdings kann das nur eine Auswahl sein, denn sie hatten viele Frauen. Lese später, dass es nur die Frauen eines Maharajas waren und die Abdrücke von 1843 stammen. Diese Unsitte endete nicht einmal als die Engländer das verboten haben, ich bin mir nicht mal sicher, ob es auf dem Land nicht immer noch passiert. Die Fassade des Palastes besteht aus Sandstein und ist unglaublich filigran, besonders die Fensterverschattungen, von denen sich kaum mal zwei ähneln. Von weitem denkt man immer das wäre Holz. Innen gibt es den üblichen Krimskram, Sänften mit kecken Löwen und Tiegern, das geht immer, hier lassen sich die Damen fotografieren und Waffen, Fototermine für die Herren. Dazwischen bezaubernde Miniaturmalereien, ein Schaubild zur wechselnden Bartmode bei Maharajas, einige wirklich schöne bunte und geschmackvolle Räume wie aus 1000 und einer Nacht und vor allem schöne Höfe, in denen man die Fassade auch mal in Ruhe bewundern kann. Die Angestellten tragen alle Themenkleidung im Orientstil und wollen gerne fotografiert werden, meist kann ich mich wehren.

Nach 1,5 Stunden bin ich durch und mir fällt auf, dass ich kein Wasser beihabe. Anfängerfehler, zu zweit passiert das nicht. Gehe noch zum Ende der Festungsmauer, wo sich ein kleiner Tempel befindet. Schuhe aus, selbst der bewachende Polizist sitzt in Socken dort. Ich frage mich, wie er so Terroristen verfolgen will. An die Mauer kommt man nicht mehr direkt ran, siehe Selfieunfälle, aber man hat trotzdem einen schönen Ausblick auf die Stadt mit ihren vielen blauen Häusern. Früher durften nur Brahmanen ihre Häuser blau anstreichen, das hat sich wohl inzwischen geändert.

Ich laufe ein Stück die staubige Strasse runter  vorbei an einem absurden heroischem Reiterstandbild zu den Grabstätten der Maharajas. Das Hauptgebäude ist eher ein kleiner weisser Marmorpalast in einer lauschigen Gartenanlage mit vielen kleineren, weißen Pavillons. Deneben stehen einige kleine Mausoleen. Sitze ein bischen und sehe kleinen, dunkel schillernden Vögeln mit gebogenem Schnabel zu, wie sie Nektar aus Baumblüten schlürfen.

Wandere zurück in die Stadt und trinke auf einer Dachterasse im Hill View Guesthouse (Kollegentip) mit Blick über die gesamte Stadt eine Cola und einen sehr sehr schlechten Kaffee und brate angenehm in der Sonne. Über der Stadt schweben zwei grosse Falken, vermute ich mal, das habe ich auch schon in Udaipur gesehen. In der Stadt unter mir ist die Hölle los. Gefühlt 10 bis 20 Megaphone überschreien sich gegenseitig, mal entspannt, mal offensichtlich sehr gestresst. Einer singt melodisch und fast sanft, das klingt richtig gut, bis auf das stark verstärkte Räuspern zwischendurch. Ein anderer klingt eher wie die Sportpalastrede. Überlege ob es Muezzin und buddhistische Tempel oder doch nur Werbung, Lottowagen oder die Müllabfuhr ist. Die Frau im Guesthouse erklärt mir, dass es allein die diversen Moscheen der Stadt sind, welche Freitag nachmittag voll mit Menschen sind.

Schlender noch durch die Oberstadt, es gibt hier tatsächlich immer wieder wunderschöne alte grosse Häuser (Havelis), aber vieles ist runtergekommen. Von den im Reiseführer versprochenen Düften nach Gewürzen und Rosenblättern spüre ich nichts, das liegt evtl. an den vielen Männern, die hier überall an den Wänden oder in dunklen Ecken stehen. Ausserdem ist in jeder Strasse eine oder zwei offene Abwasserrinnen, in denen fragwürdige Flüssigkeit abfliesst. Bei den grossen Strassenbaustellen in Udaipur habe ich aber gesehen, dass auch ganz normal geschlossene Rohre und Leitungen verlegt werden.

Gehe kurz zum Stufenbrunnen, heute bewacht von einem Polizisten, man darf leider nicht runter und dann ins Hotel. Es gibt hier viele Leute, die auf der Strasse leben. Beim rauslaufen komme ich jedesmal an einem alten Mann vorbei, der scheinbar auf 1,5 m2 Bürgersteig lebt. Er sitzt immer an der gleichen Stelle, gestern hat er am Abend ein kleines Lagerfeuer gemacht.

Habe gestern bereits ein Hotel für 4 € die Nacht für die nächste Stadt gebucht, ich bin sehr gespannt wie das ist. Bislang zahle ich eher um die 20€ bzw. derzeit 11€. Buche jetzt noch einen Bus für morgen früh nach Jaisalmer, eine Stadt in der Wüste, kurz vor der Grenze nach Pakistan, und entspanne ein bischen im Hof. Schreibe Tagebuch, mal sehen wie lange ich das noch durchhalte.

Der Eigner erklärt mir, dass er Gespräche über den Verkehr immer nur mit Deutschen führt. Verkehr läuft hier so, dass alle mit voller Geschwindigkeit aufeinander zufahren und wie wild hupen. Dann müssen sie in einer Art Pfropfen stehen bleiben und versuchen, sich irgendwie aneinander vorbei zu winden. Sie können auch nicht abwarten. Sie müssen immer versuchen, sich neben jemanden zu schieben oder zu überholen, selbst wenn da kein Platz ist. Und immer wird wie wild gehupt. Vielleicht wäre das weniger anstrengend, wenn man einen Sinn darin erkennen würde.Gehe noch essen, auf einer Dachterasse am Stufenbrunnen. Sehe unterwegs noch eine sehr gewagte Schaufensterdeko im blauen Stil. Die nette Bedienung erzählt mir, dass sie im Restaurant alle aus Nepal kommen und erzählt Geschichten aus seiner Armeezeit. Es läuft laute Dancehallmusik. Ich versuche ihm zu erklären, dass er mehr Touristen bekommt wenn die Musik leiser ist, er lächelt nur, seltsame Touristen. Esse ein Gemüsecurry, das ist mittelmäßig, oder medioker, wie der Tripadviserkommentator sagt, aber immer noch besser als in Berlin. Zu Hause zahle ich das Zimmer und bekomme ein Ausgleichstüte Frühstück hingestelt, mit Bananen, Mandarinen und Cracker, da ich morgen um 5:40 los muss. Im Garten werden die Neonröhren angemacht, sehr spacig. Passend dazu ist das kleine Licht in meinem Zimmer eine blaue Glühbirne, warum gibt es denn sowas?


nächstes ziel:  Jaisalmer

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Kommentare - Beitrag

Stefan -
18.01.2020 - 18:17:25 Uhr
Hi. Wir lesen jeden Tag fleißig und sind gespannt deine neuen Erlebnisse. Wir Angsthasen trauen uns ja eh nicht dahin. Am seltsamsten aber sind für mich immer deine Versuche, doch noch mal eine billigere Bleibe zu bekommen. 4€ klingt vertrauenswürdig. Denk dran, auch schlafen ist wichtig.
Hast du schon grob eine Reiseroute für die nächsten Wochen? Wohin gehts noch so? Viele Grüße, wir folgen dir.
Nicole -
17.01.2020 - 18:18:49 Uhr
Boris! Wir le(b)sen noch! Bitte des Schreibens nicht müde werden, denn wir fiebern jedem Eintrag entgegen.
Jodhpur | Indien | Donnerstag - 16.01.2020 - 18:44 - GOOGLE MAPS 
11 Tiere streicheln Menschen

Da sich hier so viele Tierfotos ansammeln, nachfolgend mal eine kleine Auswahl.


nächstes ziel:  Jodhpur

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Jodhpur | Indien | Donnerstag - 16.01.2020 - 16:16 - GOOGLE MAPS 
10 Shabby shabby Bus

Komme halbwegs raus und laufe ohne Frühstück durch dunkle, leere Strassen zum Bus, ca. 1,5 km. Finde den Bus und mit Verspätung gehts los. Dieser Bus hatte eine ziemlich schlechte Bewertung und das bestätigt sich, sehr verdreckt, es werden alle Leute eingeladen die so rumstehen und man will wirklich nichts anfassen, ich ziehe mir meine Kapuze über, wenn ich mich anlehne. Leider war das der beste Bus für den Morgentermin. Irgendwann fahren wir über einen kleinen Berg. Hier sind auf einmal eine Menge großer Affen, sie sitzen in langen Linien am Strassenrand und beobachten den Bus, das ist sehr surreal.

Komme mit Verspätung in der blauen Stadt an und nehme das erste tuktuk, handle 50 Rupien runter, aber zahle mehr als für den Bus, ich will nur ins Hotel. Habe dem Tip der Bayern vertraut, das Zimmer ist auch witzig, aber sehr basic und leider nicht so sauber wie die letzten beiden. Bekomme einen Kaffee und schleppe mich in die Stadt. Schaue mir den Srufenbrunnen an, der geht sehr tief runter uns wurde erst kürzlich saniert und saubergemacht, über allem trohnt die riesige Festung auf dem Berg hinter der Stadt. Danach lasse ich mich durch die engen vollen Gassen treiben, viele blaue Häuser, Markt überall, tausende Läden und es zwängt sich immer noch irgendwie ein tuktuk durch. Verlaufe mich, aber googlemaps sei Dank finde ich irgendwann den Uhrenturm. Erinnere mich an den Tip eines Kollegen und suche den Omeletteman auf. Der hat einen kleinen Stand, welcher aus einer schwarzen fettigen Pfanne, einem Bunsenbrenner und vielen Eierkartons besteht. Er hat Erwähnungen in allen Reiseführern und hinter ihm hängt ein deutscher Artikel aus dem Spiegel oder so, also offensichtlich ein Geheimtipp. Esse ein Marsallaomelette und es ist ziemlich gut.

Laufe noch eine Runde und auch schon mal zur Festung hoch. Diese schließt gerade, also werde ich sie mir morgen in Ruhe anschauen. Habe mir in tripadvisor eine Dachterrasse zum essen rausgesucht. Schöner Blick auf einem tollen alten Haus, leider wird es ziemlich kühl. Esse ein radjastanisches Gericht, lange getrocknete Bohnen, Linsen und Kapern in einer Art Curry. Habe es extra ein wenig scharf bestellt und das ist es dann     auch, sehr lecker. Dazu gibt es naan und chapati. Ich habe im Land bisher noch keinen Reis gegessen, alle Leute die ich getroffen habe lieben naan. Zum Nachtisch gibt es eine Art Milchreis mit Safran, vielleicht auch Lebensmittelfarbe.

Ich schlender nach Hause mit einem Prozent Strom auf dem Handy und habe etwas Angst, dass ich ohne googlemaps das Hotel nicht mehr finde. Komme gerade so an. Ich merke aber, dass mich das ewige Gehupe langsam etwas     aggressiv     macht, vielleicht muss ich doch mal in den Süden. Ich lasse mir eine zweite Decke geben und setze mich noch ein bischen in den Hof, für mich wird extra der kleine Springbrunnen angemacht.


nächstes ziel:  Jodhpur

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