Boris allein auf Reisen

INDIEN 2020
भारत गणराज्य

07|01|20 ›››› 12|02|20


China 2007

Reise nach China: Shangh., Peking, Xian, Langmusi, Huangsh. + Hkg. ...mehr?

Myanmar 2010

Reise nach Thailand und Myanmar: Rangun, Bagan, Mandalay, Sittwe. ...mehr?

Myanmar 2015

Reise nach Myanmar: Rangun, Bagan, Inle-See und Thailand. ...mehr?

Asien 2018

Reise nach Thailand und Sri Lanka. ...mehr?



Reisetagebuch


    39 Einträge     Seite 1   
1   2   3   4   5   6   7   8   
Hydarabad | Indien | Montag - 03.02.2020 - 10:55 - GOOGLE MAPS 
29 Neue Märkte

Es ist ziemlich ruhig in der Nacht, selbst die Straße vor dem Haus ist kaum befahren. Bin trotzdem etwas erschöpft. Es wäre schön, mal wieder richtig saubere Laken und ein ordentliches Bad zu haben.

Gehe nach unten, der Chef ist da, versorgt mich mit einem guten Frühstück und ruft sogar für mich bei dem verweigerten Hotel von gestern an, da es über Agoda schon im voraus bezahlt wurde. Die schieben es allerdings auf Agoda, mal sehen ob ich mein Geld wiedersehe. Beim Frühstück rede ich mal länger mit einem netten Eineimischen, der hier wie in einer Pension mehrere Monate wohnt und in einer großen LKW-Fertigung von Ashok Leyland arbeitet, das waren z.B. immer die ganzen schönen Busse in Sri Lanka. In Indien sieht man die selten, hier sind meist nur äußerst hässliche Busse von Tata unterwegs. Der Inder hat jedenfalls schon in Europa und Amerika gearbeitet und Hyderabad ist nach seiner Aussage wirklich eine funktionierende große, sehr moderne Industrie- und Handelsmetropole.

Entschließe mich mit einem Taxi zum Fort Golkonda als großer örtlicher Sehenswürdigkeit zu fahren. Dort ist es voll, ich muss erstmal zwischen lauter bunten Einheimischen anstehen, wahrscheinlich ist Samstag hier auch beliebter Ausflugstag. Das Fort ist riesig, allerdings auch komplett zerfallen und nur noch als Ruine vorhanden. Man kann ein bisschen durch die alten Keller und Untergeschosse laufen, überall finden ernsthafte Fototermine statt. Anschließend gehts keuchend mit allen anderen über steile Treppen auf einen Berg, es ist wirklich heiß heute. Die obere Mauer ist beeindruckend, hier wurden riesige Felsbrocken eingepflegt und man hat eine gute Aussicht auf die Stadt und ins Hinterland. Ein weißes Gebäude mit Rundumblick auf der Spitze ist hochfrequentiert und ich schaue mir fast eine Stunde die buntestmögliche Kleidung an, es sieht aus, wie ein farbenfroh blühendes Blumenbeet, unterbrochen immer wieder nur durch voll-schwarzverschleierte Musliminnen, da die Stadt eine große muslimische Vergangenheit hat. Ansonsten sind oben noch ein absurd bunter und verbauter Hindutempel in Nutzung sowie eine kleine Moschee.

Fahre anschließend zum Wahrzeichen der Stadt, einem Triumphbogen (Triumph über Wassermangel und Seuchen) direkt neben dem Altstadtmarktviertel auf einer Verkehrsinsel in Form eines riesigen Gebäudes mit vier großen Minaretten. Das Gebäude ist ziemlich elegant und beeindruckend. Einen Aufstieg spare ich mir mal aufgrund der langen Schlangen und der Hitze. Zum Glück ist um das Gebäude kein Verkehr, sondern ein riesiger, proppevoller, bunter Markt. Hier könnte man den ganzen Tag nur rumsitzen und sich das Gewimmel aus bunten Hindus, schwarzen Muslimen und noch undefinierten Kindern anschauen. Ein großes Ding in dieser Stadt sind bunte kleine Perlen in allen möglichen Ausführungen in Ketten, Armbändern usw., hier stehen auch wirklich alle Einheimischen in Gruppen rum und diskutieren und feilschen hart mit den Verkäufern. Ich esse erstmal ein paar frittierte Teile, wobei die Chillieschoten diesmal etwas enttäuschen. Ich hatte gelesen, dass sie hier auch noch gefüllt werden, das kann ich leider nicht bestätigen. Anschließend noch ein wenig Ananas. Das andere große bekannte Essen der Stadt sind Biryanis, das schaffe ich danach leider nicht mehr. Es fällt allerdings auf, dass hier im Süden prinzipiell mehr Reis und vor allem auch mit der Hand gegessen wird. Im Norden gab es eher Brote als Beilage. Neben dem Markt liegt noch eine riesige Moschee für 10.000 Betende und irgendwelche Stadtvillen bzw. -paläste. Ich werfe von weitem einen Blick, dann reichts mir.

Ich fahre ins Hotel und lege mich ab, en Geruch ignoriere ich einfach. Später gehe ich nach Tipp der Rezeption 1 km weiter zu einem Buffetinder. Ich esse mich zweimal durch die Auslage, dann gibts noch Süßes und Papaya. Ich bereue es eigentlich schon beim essen, aber es ist wirklich nicht schlecht. Es gibt auch Biryani und der ist ebenfalls gut. Ich finde im Reis beim essen Anissterne, Zimtrinde, Kardamom und diverse andere angeröstete Gewürze, das alles schmeckt man dann auch. Spaziere langsam zurück, noch ein Guesthouse für Hampi gebucht und nach einem relativ entspannten Tag rechtschaffen ins Bett.


nächstes ziel:  Hampi

Asien 2020Asien 2020Asien 2020Asien 2020Asien 2020Asien 2020Asien 2020Asien 2020Asien 2020Asien 2020Asien 2020Asien 2020Asien 2020Asien 2020Asien 2020Asien 2020Asien 2020Asien 2020Asien 2020Asien 2020
1 Kommentar[e] lesen/ eintragen   nachricht an boris | _ _ _ _ _
Eintrag vorhernach obennächster Eintrag

Kommentare - Beitrag

Sonne -
03.02.2020 - 22:06:02 Uhr

Jetzt biste schon so lange unterwegs dass wahrscheinlich die SIM-Karte abläuft? Hoffe aber weiter auf Fotos und Text, womit ich mir die grauen Berliner Abende ein bisschen schöner mache.


Ellora | Indien | Montag - 03.02.2020 - 02:38 - GOOGLE MAPS 
28 Tücken der Buchung

Heute ich wirklich einiges schiefgegangen. Man sollte einfach nicht online buchen, wenn man müde ist.

Zunächst alles fein, geruhsames Frühstück. Einige mich mit David darauf, dass wir uns ein Auto in die Stadt teilen gegen 15:00. Es ist 11:00 und ich gehe einfach nochmal in die Ellora Caves, da ich nun schonmal da bin. Ich kann bis 15:00 im Zimmer bleiben, also sogar noch duschen. Ich denke mal das Hotel braucht dringend gute Kritiken.

Die Höhlen sind immer noch toll, ich achte diesmal mehr auf die Details. In einigen Höhlen bin ich ganz allen mit den fröhlich zwitschernden Fledermäusen, zwischen den Höhlen rauschen dekorativ kleine Wasserfälle. Raus aus dem Gelände nach fast 3,5 Stunden und pünktlich am Auto. Die beiden anderen werden am Busbahnhof abgesetzt, sie wollen dort spontan einen Nachtbus nehmen, und ich fahre zum Flughafen.

Nach mehrmaliger Durchsicht meiner Reservierung und des Tickets fällt mir dann auf, dass ‚google flights‘ meinen Flug zwar auf 17:40 datiert hat und mir auch eine entsprechende Bestätigung geschickt hat, der Flug geht aber tatsächlich erst um 19:10, wie es auch auf den Tickets steht. Das hatte ich nicht geprüft am Vortag, bedeutet also eine Stunde länger warten. Die Sicherheitskontrolle ist absurd. Ich muss meinen Rucksack auspacken und meine Taschenlampe und mein Ministativ werden misstrauisch beäugt. Ein Japaner neben mir hat Probleme mit seinen Batterien. Ich werde auch gefühlt 10 Minuten abgetastet, da mein Knöpfe piepen. Ich weiß nicht ob ich mich dadurch viel sicherer fühle. Der Flieger hat dann auch noch 20 min Verspätung. Es ist wieder eine winzige Propellermaschine, mein Handgepäck passt nicht mal zwischen die Sitze, ich muss es mit Gewalt reinpressen. Nach der Ankunft finde ich mein Ola Taxi nicht. Die App zeigt auf einer Karte sowohl meinen eigenen Standpunkt als auch das Auto an. Beide Punkte liegen übereinander. Irgendwann gebe ich einem Einheimischen mein Telefon, er spricht kurz mit dem Fahrer und erklärt mir dann, dass ich auf die untere Ebene muss, und tatsächlich, da unter mir stehen alle Taxen.

Eine Stunde Fahrt in die Stadt, über einen höhergelegten Highway und entlang einer aufgestockten Metro. Das habe ich hier bisher bis auf Delhi überhaupt noch nicht gesehen. Ich sehe seltsamerweise auch viele Krankenhäuser und Kliniken, darunter eine Cancer healing clinic. Vorbei an einem Haus in Fischform, dann tankt der Fahrer erstmal für 2,5 €. Irgendwann reicht er mir einen Klinkenstecker und will deutsche Musik hören. Mir fällt so schnell nichts ein, also spiele ich ihm seeed über youtube vor, es scheint ihm nicht zu gefallen, er macht es jedenfalls schnell wieder aus. Hydarabad ist jedenfalls eine überraschend große und offensichtlich reiche Stadt. Später höre ich, dass man die Stadt auch hitec-city nennt. Sie ist neben Bangalore eines der großen wirtschaftlichen Zentren im Süden.

Irgendwann kommen wir an, mitten im Nirgendwo, direkt neben einer großen Klinik. Als ich reinkomme sieht alles schon etwas seltsam aus, man findet den Eingang kaum Der Mann am Empfang spricht kein Englisch und erklärt dann meinem Taxifahrer, dass Ausländer im Hotel nicht erlaubt sind. Super, es ist inzwischen 23:00. Zurück im Taxi suche ich schnell ein anderes Hotel raus, welches nicht zu weit weg ist. Kritiken sind durchwachsen um es positiv zu formulieren. Wir fahren hin, eine ruhig Gegend, auch mit eher villenartigen Gebäuden. Alles ist dunkel, ich klingel und ein verschlafener Junge macht auf. Er ist aber angenehm professionell und zeigt mir 2 Zimmer, beide vollkommen in Ordnung, von denen ich eins nehme. Das einzige Problem ist, dass das Haus irgendwie stinkt. Wir hatten das mal in Sri Lanka, da erklärten uns die Eigentümer, dass das am Putzmittel liegt. Ich entscheide mich, dass das hier auch so ist, denn ein ganzes Haus voller Inkontinenter wäre eher unwahrscheinlich. Das Haus ist innen komplett mit Marmor belegt und mit dunklen Holzmöbeln und Sofagarnituren auf den Etagen möbliert. Es sieht eher aus, als würde es in England stehen. Ich bin etwas kaputt und schaffe es nicht mal mehr etwas zu essen.


nächstes ziel:  Ellora

Asien 2020Asien 2020Asien 2020Asien 2020Asien 2020Asien 2020Asien 2020Asien 2020Asien 2020Asien 2020Asien 2020Asien 2020Asien 2020Asien 2020Asien 2020Asien 2020Asien 2020Asien 2020Asien 2020Asien 2020
0 Kommentar[e] lesen/ eintragen   nachricht an boris | _ _ _ _ _
Eintrag vorhernach obennächster Eintrag

Kommentare - Beitrag

Keine Kommentare vorhanden...
Ellora | Indien | Samstag - 01.02.2020 - 19:19 - GOOGLE MAPS 
27 Höhlen die zweite...

Frühstück und dann gehts mit David und Giovana Zimermann im Taxi 100 km nach Ajanta. Er ist Maler, eigentlich Schotte, aber 1989 nach Chile ausgewandert, sie kommt aus Brasilien, hat Architektur und Kunst in Paris studiert, ist Buddhistin und macht feministische und urban art. Beide waren bei einem Kunstfestival in Gujarat in Indien, zusammen mit Künstlern aus Afrika und Indien. Wie ich später erfahre ist er 70. Jedenfalls sind beide sehr nett, leider spricht sie kein englisch und ich keine spanisch und französisch, insofern läuft die gesamte Kommunikation über ihn.

Wir fahren tatsächlich über 3 Stunden auf/über diversen Straßenbaustellen vorbei an Getreide-, Mais- und Baumwollfeldern. Praktisch die gesamte Straße wurde zuerst weggestemmt und mikroskopisch kleine Teile sind bereits neu erstellt oder gerade im Bau. Die Leute entlang der Strecke leben praktisch seit 3 Jahren in einer staubigen Baustelle voller Stau und Chaos. Gefahren wird überwiegend auf dem unbefestigten Untergrund, durch riesige Schlaglöcher, es ist tatsächlich sehr anstrengend. Die beiden Mitgefangenen sind 3 Tage vorher mit einer 18 Stunden Taxifahrt nach Ellora gekommen, inklusive verirren mitten in der Nacht. Ich staune, dass sie diese Autofahrt schon wieder ertragen.

Irgendwann kommen wir an und sind sofort von äußerst penetranten Händlern umgeben. Ein selbsternannter Führer spricht sehr gut deutsch und verfolgt mich 10 Minuten lang bis ich ihm noch alles gute Wünsche. Wir schlagen uns gemeinschaftlich durch und fahren mit einem klapprigen Bus die letzten 2,5 km zu den Höhlen.

Diese 29 rein buddhistischen Höhlen sind älter als die von Ellora, sie stammen aus dem 2. Jrhdt. v. Chr. bis zum 7 Jrhdt. n. Chr.. Es gibt hier noch einige Malereien, da die Höhlen erst im 19. Jrdt. wiederentdeckt wurden. Durch Umwelteinflüsse sind die Bilder allerdings schon stark angegriffen, deshalb sind private Autos im größeren Umkreis verboten. Die Höhlen liegen diesmal aneinandergereiht und durch Gänge und eine große Zahl Treppen verbunden in einer halbkreisförmigen Steilwand eines alten großen Flussbettes. Man kann praktisch die ganze Zeit auf die Höhlen, das Flussbett und das gegenüberliegende, schön bewachsene Ufer blicken. Es ist wunderschön, nur leider inzwischen auch sehr heiß. Dazu die ganzen Treppen machen es etwas anstrengend. David, klapperdürr, mit seinen 70 Jahren und einer umgehängten Decke sieht aus wie einem Italowestern entsprungen und macht alles in Ruhe mit. Überall turnen Affen rum. Es sind überwiegend indische Touristen unterwegs, die gefühlt diesmal alle besonders bunt angezogen sind. Bei fast allen Höhlen muss man die Schuhe ausziehen, es ist also ein ewiges an und aus.

Die Höhlen selbst sind sehr dunkel, es gibt nur wenig Beleuchtung. Das ist schön für die Atmosphäre und die Lebensdauer der Bilder, man kann nur leider kaum etwas erkennen. Nur wenige Höhlen sind bzw. waren praktisch komplett ausgemalt, inklusive der Decken. In der Mehrzahl sind keine Bilder mehr zu sehen. Trotzdem gibt es immer wieder einige neue feine Details und die Räume ansich sind oft sehr schön. Es gibt einige große Buddhafiguren, Fassaden- und Deckenskulpturen sowie in der letzten Höhle ein schönes gehauenes Wimmelbild. In einer Höhle wurde die Decke noch nicht geglättet, es hängen große Felsbrocken in den Raum. Das gibt einem sofort ein etwas beängstigendes Gefühl für das Felsgewicht über einem. Mindestens 2 Höhlen sind bereits eingestürzt. In zwei anderen Fällen sieht man beginnende Höhlen, in denen gerade erst die grundsätzliche Form und Ansätze von Stützen freigelegt wurden, man bekommt einen guten Eindruck, wie die Höhlen ursprünglich hergestellt wurden. Es gibt auch 4 schiffbauchförmige Kulthöhlen mit schöner Akustik, der Rest waren Wohnhöhlen. Man schlendert geruhsam von einer Höhle zur nächsten und schaut was es so gibt. Kurz vor Ende gibt es noch eine komplett bemalte Höhle, leider auch total dunkel, die im Zwielicht aussieht, als hätte Hieronymus Bosch sie gemalt, leider sind einfach keine feinen Details zu erkennen. Immerhin muss keiner von uns ein Selfie machen, den ganzen Tag.

Nach fast 3 Stunden sind wir durch und wandern den Weg zurück. Am Eingang liegt ein Restaurant. Wir stellen gemeinsam fest, dass es aussieht wie eine 70er Jahre Bahnhofsgaststätte, wobei der Schotte den Begriff Mitropa nicht kennt, und dass wir es mögen. Trinke Cola, esse Thali, und danach nehmen wir dem Bus zurück. Die auf einmal überall hervorspringenden Händler sind sehr hartnäckig. Mehrere stürzen sich gemeinsam auf ein hilfloses Opfer und hören gar nicht mehr auf zu reden und zu gestikulieren. Als der Bus losfährt, sind einige Händler noch drinnen und einige Hände und Arme. Das gleiche, als wir mit unserem Auto losfahren. Giovana muss einem praktisch seine Ohrringe aus dem Autofenster zuwerfen.

Die Rückfahrt ist wirklich anstrengend, vor allem, da ich wieder vorne sitze. Es ist extrem staubig, wir fahren gegen die untergehende Sonne, später noch lange in der Dämmerung, also praktisch im Dunkeln. Man sieht fast nichts, es ist voll, alle drängeln und hupen auf Verdacht. Ich sehe mehrere Beinahe-Fast-Eigentlich doch schon-Unfälle. Ein riesiger beladener LKW, den unser Fahrer vorher geschnitten hat, folgt uns 10 Minuten lang laut hupend. Irgendwann ist aber auch das vorbei. Esse mit Giovana, wobei die Kommunikation wirklich schwer ist, beide wollen, können aber nicht. Auch die zur Hilfe herangezogenen Apps bringen nichts, die Übersetzungen sind bestenfalls interpretationsfähig. Währenddessen wird David von der Amerikanischen Mitbesitzerin des Hotels mit Beschlag belegt. Er vermutete, dass sie eine wiedergeborene Christin ist. Ich vermute, dass sie in Ellora noch eine christliche Höhle hinzufügen will. Irgendwann buche ich nach Bier und kurzer Überlegung 2 Flüge und ein Hotel. Ich hoffe, die Buchungen stimmen soweit. Fliege morgen nachmittag nach Hyderabad, bleibe dort einen Tag und fliege darauf nach Hampi, einem kleinen, relativ abgelegenen Backpackerort, von dem alle die dort waren sehr schwärmen. Da ich bisher relativ schnell war, kann ich das noch spontan einschieben. Der nächstliegende Flughafen zu Hampi ist erst vor kurzem in Betrieb gegangen und wird von einer Stahlhütte betrieben, oder so ähnlich.


nächstes ziel:  Ellora

Asien 2020Asien 2020Asien 2020Asien 2020Asien 2020Asien 2020Asien 2020Asien 2020Asien 2020Asien 2020Asien 2020Asien 2020Asien 2020Asien 2020Asien 2020Asien 2020Asien 2020Asien 2020Asien 2020Asien 2020
0 Kommentar[e] lesen/ eintragen   nachricht an boris | _ _ _ _ _
Eintrag vorhernach obennächster Eintrag

Kommentare - Beitrag

Keine Kommentare vorhanden...
Ellora | Indien | Freitag - 31.01.2020 - 17:27 - GOOGLE MAPS 
26 Selfie please, selfie please, selfie pl...

Halbwegs früh raus und Frühstück auf dem Rasen. Irgendwie bestelle ich immer normalen Kaffee, aber er schmeckt immer, als ob sie Garam Masala reinmachen. Vielleicht gewöhnt man sich auch irgendwann daran. Anschließend zu Fuß los zur staubigen Straße, durch indische Touristen und Touristenbusse zum Eingang gewühlt, teuren Ausländereintritt bezahlt, diesmal allerdings vollkommen berechtigt, und in einer wieder mal gepflegten Gartenanlage zur ersten von 36. Höhlen, insgesamt 12 buddhistische, 17 hinduistische und 5 jain, die komplett künstlich in einem leichten Gesteinshang angelegt wurden, vom 6. Jrhdt. aufwärts.

Der Eingang zum Gelände wurde natürlich am Highlight angelegt und das ist es auch tatsächlich. Von weitem sieht es gar nicht so beeindruckend aus, etwas grau, nicht so groß. Aber wenn man den Kailasa Tempel durch die riesigen Mauern, die mit mehrere Meter hohen Figuren besetzt sind, betritt ist das schon überwältigend. Ein kompletter mehrstöckiger Tempel inklusive 2 hohen Siegessäulen, 2 riesigen Elefanten sowie mehrere umlaufende Galerien inklusive einer Unmenge an Skulpturen wurden komplett AUS dem Felsen geschlagen. Die Bauzeit betrug wohl 200 Jahre und es waren 8000 Leute beteiligt. Im Führer steht, er ist doppelt so groß und zudem um die Hälfte höher als der Athener Parthenon. Während man durch die Anlage läuft vergisst man das ab und an, weil es einfach unvorstellbar ist. ALLE Skulpturen wurden an ihrem Ort aus dem bestehenden Felsen freigelegt und nicht etwa hingebracht und aufgestellt. Ich kann mir gar nicht denken, wie man so etwas herstellt. Leider ist es ziemlich voll, viele Schülergruppen, und gleich fängt an, was mich und alle anderen wenigen Ausländer den gesamten restlichen Tag erwartet, 'selfie please'. Nach wenigen Minuten habe ich bestimmt schon 9 oder 10 Selfies machen müssen. Zum Glück verziehen sich die Schüler bald und es wird etwas ruhiger, hört aber bis zum Ende nie ganz auf. Neben dem Tempel selbst mit mehreren Stockwerken, einem aufwendigen Dachaufbau sowie einer Brücke zu einem kleinen Nebengebäude gibt es eine Vielzahl an großartigen Skulpturen. Es ist ein hinduistischer Tempel, also wird hier in die Vollen gegangen. Es gibt Krieg und Kampf und Liebe, starke Götter, vielarmige Götter, schöne Nymphen, zerschmetterte Feinde u.s.w.. Das alles an den Tempelwänden und entlang der langen Galerie unter einem beeindruckenden Felsenüberhang. Daneben immer wieder schöne Einzelskulpturen. Ein Ganesha, seitlich ein paar Tänzerinnen, die ich ganz klar dem Jugendstil zuordne. Irgendwann gehe ich ins Tempelinnere, er ist nämlich komplett ausgehöhlt, mit einem komplette Tempelinnenraum mit verzierten Säulen und Allerheiligstem mit Lingam.

Nach fast einer Stunde komme ich raus und wander langsam die nächsten Tempel ab. Diese sind nun tatsächlich Höhlen, nur noch vereinzelt mit kleineren, freigelegten Nebengebäuden. Teilweise haben die Höhlen bis zu 3 Stockwerke und sehen durch sehr regelmäßige, eckige Stützen und fehlende Fassadenausschmückung aus, wie sozialistische Schularchitektur aus den 70er Jahren. Im Inneren finden sich aber bei vielen Höhlen immer wieder Skulpturen oder fein verzierte Säulen und Decken. In einigen Heiligtümern stehen auch immer wieder lingams rum, und ich betrachte fasziniert, wie diese Phalli von mittelalten Inderinnen angebetet und mit Blumen beworfen werden, aber es ist ja nur eine Inkarnation von Shiwa und hat bestimmt keine tiefere Bedeutung.

Aus den hinduistischen geht es langsam über in die buddhistischen Höhlen, und man muss klar feststellen, dass sie etwas langweiliger sind und abfallen. Es sind einige schöne Buddhafiguren zu sehen und die Höhlen sind teilweise auf kleinerem Raum ineinandergeschachtelt, aber die Hindus haben für die Innenausstattung einfach die besseren Geschichten, bunter, mit mehr Personal, mehr Gewalt, Intrigen, Sex. Zwischendurch gibt es allerdings auch eine riesige, aber karge Speisehöhle und eine schiffsbauchförmige buddhistische Versammlungshöhle mit Rippendecke, welche eine schöne Atmosphäre und einen tollen Hall hat, was auch von den Einheimischen laut demonstriert wird. Am Ende der Höhlenreihe dann kehrt und zurück. Hinter dem mittleren Kailasa Tempel folgen noch einige Hinduhöhlen, darunter eine etwas abgelegenere, in der ich praktisch 30 Minuten ganz allein bin, bis auf einen am dunklen Boden liegenden, singenden Wächter, der mich ziemlich erschreckt, da er kaum zu sehen ist und fiepsende Fledermäuse in den dunklen Ecken.

Am Ende noch knapp 1 km Fußmarsch zu den etwas abgelegenen Jainhöhlen. Die Haupthöhle ist sehr beeindruckend. Ein ausgestemmter kleiner Tempel vor der Höhle und ein zweistöckiger Höhlenbau, mit einem unglaublich aufwendig ausgebauten (ausgemeissteltem) Innenraum, mit fein ziselierten Säulen, Decken etc.. Dazu teilweise etwas seltsame, leicht jenseitige Skulpturen, welche aussehen wie aus einem Fantasyfilm. Auf mich als Amateur wirken sie erstmal buddhistisch, aber es gibt zusätzlich sehr schöne, fast kitschige florale Umrandungen und Hintergründe, und die Hauptfiguren sind tatsächlich erkennbar nackt. Offensichtlich schon immer ein Erkennungsmerkmal der Jain.

Am Ende gehe ich nochmal zum Haupttempel, dessen einziges Problem es ist, dass man ihn aufgrund des fehlenden Platzes schlecht fotografieren kann. Die Wucht vor Ort, den Eindruck der darüberliegenden Masse Fels, kann man kaum aufnehmen. Und es ist zu voll. Ein paar letzte Selfies, bis 3 nepalesische Mönche als besseres Fotoobjekt auftauchen. Entdecke noch einen Aufstieg neben dem Tempel den man nur auf eigene Gefahr gehen soll, mit gutem Ausblick auf das filigran ausgestaltete Dach, dann komplett fertig aber glücklich ins Schischiresort.

Esse zunächst wieder komplett allein in der großen Eingangshalle ein gutes Chillie Paneer, wie ich inzwischen mitbekommen habe, gar kein indisches Gericht sondern ein abstrahiertes chinesisches, egal, und spreche einen der beiden anderen Ausländer an, der hier doch noch ab und an auftaucht. Er, Schotte, Maler, in Chile lebend, will mit seiner Kollegin eigentlich erst am übernächsten Tag nach Ajanta, einem Ort in der Nähe, in dem es weitere buddhistische Höhlen zu sehen gibt. Das wäre allerdings zu spät für mich. Während ich beim essen bin kommt er jedoch nochmal an und erklärt mir, dass sie sich umentschieden hätten. Wir teilen uns also am nächsten Tag ein Taxi und fahren 100 km über von Hotelmanager angekündigte absolute Buckelpiste und Strassenbaustelle in mindestens 3 Stunden Fahrzeit nach Ajanta.


nächstes ziel:  Ellora

Asien 2020Asien 2020Asien 2020Asien 2020Asien 2020Asien 2020Asien 2020Asien 2020Asien 2020Asien 2020Asien 2020Asien 2020Asien 2020Asien 2020Asien 2020Asien 2020Asien 2020Asien 2020Asien 2020Asien 2020
0 Kommentar[e] lesen/ eintragen   nachricht an boris | _ _ _ _ _
Eintrag vorhernach obennächster Eintrag

Kommentare - Beitrag

Keine Kommentare vorhanden...
Varanasi | Indien | Donnerstag - 30.01.2020 - 13:50 - GOOGLE MAPS 
25 Reisetag 3

Die Nacht im Schlafsaal war in Ordnung, aber man ist doch irgendwie eingeschränkt, und sei es nur durch mehrere französische Frauen und Jungs die Abends um 23:00 anfangen Moskitos zu jagen, auch wenn das seine Berechtigung hat. Auch das geteilte Bad ist schwierig ab einem gewissen Alter, da braucht man doch eher seine Ruhe. Also im Dunkeln um 6 raus und nochmal kurz zum Ufer. Leider kein Sonnenaufgang, da es leicht diesig ist, aber es herrscht eine sehr entspannte Stimmung, einige Leute baden, sogar ein paar Frauen, die man tagsüber eher nicht sieht. Selbst die Bootsverkäufer sind noch nicht ganz wach und murmeln nur undeutlich vor sich hin. Sehe eine buddhistische Mönchsschule, die leicht gequält Lachyoga machen. Ansonsten werden Vögel gefüttert, Boote liegen im Nebel, man könnte fast meinen, das ist Venedig. Laufe am Ende doch viel weiter als beabsichtigt und lande sogar noch beim ersten Verbrennungsghat. Das sieht im Morgengrauen eher schlimm und trostlos aus. Es riecht nach kalter Asche, Hunde balgen sich um irgendwelche Reste. In beiden Verbrennungsghats gibt es auch Räume/Häuser für Verbrennungen, diese haben riesige Schornsteine auf den Dächern, das ist sicherlich die bessere Lösung als die Freiluftverbrennungen. Direkt hinter dem Hauptverbrennungsghat liegt eine Straße mit Läden und Wohnhäusern, alle Leute die dort arbeiten und leben, stehen praktisch 20 Stunden am Tag in Qualm und Rauch und Asche.

Ich habe mich mit meinem Spaziergang etwas verschätzt, eile zurück und frage den Mann am Eingang, was mit meinem Kaffee ist, da er mir etwas mehr Geld abgeknöpft hatte, mir aber dafür einen Kaffee versprochen hat. Mein Taxi steht irgendwann schon da, wird kurz vertröstet und ich gucke mal zu wie der Kaffee gemacht wird. Sie kochen einen Topf mit Milch und streuseln ein paar Kaffeekrümel rein, Herstellung also so, wie beim allgegenwärtige Masala-Chai. Es schmeckt aber ganz gut, vor allem dafür, dass das der erste Kaffee ist, den er jemals gekocht hat. Er musste sogar extra jemanden zum Kaffeeholen schicken.

Mein Taxi habe ich über die App ‚Ola‘ bestellt, ein Tipp von den Bayern aus Jaipur. Es klappt wirklich gut, kein Gefeilsche, pünktlich und sogar billiger als die sonstigen Flughafentaxis. Bin letztendlich etwas früh am Flughafen, aber alle haben vorher mystisch über den Verkehr geraunt. Der Flughafen ist entgegen der Stadt sehr sauber und aufgeräumt, die Durchleuchtung/ Abtastung ist diesmal intensiv und langwierig, scheinbar kommt der Premierminister im Laufe des Tages nach Varanasi. Sitze ein bisschen und höre dem Inder neben mir zu, der genüsslich 10 Minuten lang laut seinen Tee schlürft, was überraschend stark an meinen Nerven zehrt.

Der Flieger kommt pünktlich und setzt mich in Hyderabad ab. Der nächste Flieger kommt auch, ist aber leider eine winzige Propellermaschine. Mein Handgepäck passt nicht in die Fächer und auch kaum unter den Vordersitz, hier habe sogar eine Weile Einblick ins Cockpit, wie in den 80ern, und sehe, wie die Piloten die Bedienungsanleitung lesen. Auch diese Maschine kommt pünktlich an. Ich habe mir ein bisschen Luxus gegönnt und mir wieder per app ein Taxi bestellt, das mich die 40 km nach Ellora bringen soll. Die localen Busse fahren evtl. nur bis 23:30 und irgendwann reichts auch mal. Das Taxi hat diesmal etwas Verspätung, fährt dafür aber sehr zügig. Ich schaue irgendwann nicht mehr hin.

Im Resort wird mir erstmal ein kostenloses Upgrade angeboten. Ich bekomme anstatt des basic Room, der schon relativ teuer war, nun einen luxury bungalow mit solarerhitztem Warmwasser, kleiner Terasse usw.. Akzeptabel, bzw. sogar ganz schön, bis auf den Geruch. Vermutlich sind das wie in fast allen Zimmern im Land wieder diese Kügelchen die im Waschbecken liegen, evtl. Mottenkugeln? Ansonsten gibt es in der Anlage auch eine gepflegte Rasenfläche mit Sitzgelegenheiten und Feuerschale, Schaukeln und einen Trimmdichpfad.

Gehe zum Abendessen ins Empfangsgebäude und bekomme ein wirklich stark gewürztes Paneer Curry mit viel Kardamon und sogar ein Bier. Es sind überwiegend Einheimische anwesend, nur ein anderes Touristenpaar. Ich hatte das Zimmer über eine neue App gebucht, goibibo, weil des Resort auf bookingcom ausgebucht war, bzw. nicht zur Verfügung stand. Sehe erst im Nachhinein auf meiner Bestätigung im Kleingedruckten, dass Nichtinder und unverheiratete Paare eigentlich nicht übernachten dürfen. Da habe ich ja nochmal Glück gehabt, dass Susanne nicht dabei ist.

Morgen gehts in die Höhlentempel von Ellora, Weltkulturerbe und eine der, zumindest von Indern, meistbesuchten Sehenswürdigkeiten des Landes, ausländische Touristen sind hier eher spärlich zu finden.


nächstes ziel:  Ellora

Asien 2020Asien 2020Asien 2020Asien 2020Asien 2020Asien 2020Asien 2020Asien 2020Asien 2020Asien 2020Asien 2020Asien 2020Asien 2020Asien 2020
1 Kommentar[e] lesen/ eintragen   nachricht an boris | _ _ _ _ _
Eintrag vorhernach obennächster Eintrag

Kommentare - Beitrag

Nicole -
30.01.2020 - 22:34:20 Uhr
Hahah. Spicejet...sehr schön. Na, endlich mal eine etwas besser klingende Behausung, hast Du Dir nach Mehrbettzimmer und Gemeinschaftsbad ja auch mal verdient. Fotos, please.

    39 Einträge     Seite 1   
1   2   3   4   5   6   7   8   

18565

Suche



  Route

  Kalender

Kalender

  January 2020
 <<     >> 
M T W T F S S
1 2 3 4 5
7 11
15 18
21 23 26
29  

Index/Einträge