Mussten daher auf alte Reiseberichte eines Schweizers von 2005 ausweichen. Der Bericht könnte auch von Boris sein. So stellen wir uns einen Trip nach Huang Shan vor:


Trip to Huang Shan

Donnerstagabend gings ab mit dem Nachtzug in die Berge. Eingeklemmt zwischen chinesischen Touristen zu reisen ist schon ein Erlebnis. Es kommt zu so vielen lustigen Begegnungen wenn man sich so dicht unter die Bevölkerung mischt. Dass man sich oft nicht versteht macht alles noch amüsanter. Viel gelacht wird auf jeden Fall.
Die chinesische Eisenbahn ist ziemlich gut. Sie ist zwar nicht elektrifiziert aber das Rollmaterial ist in gutem Zustand. Im Gegensatz zu meinem Holzplattenbett in meinem Apartment hats in den Zugbetten sogar eine dünne Matratze, somit verbrachte ich eine erholsame Nacht im chinesischen Schlafzug.

Das Ziel war Huang Shan (gelber Berg auf Deutsch), eine Gebirgsregion (mit Gipfeln bis 1800 m.ü.M.) nördlich von Shanghai. Dort haben wir uns drei Tage lang ausgetobt. Das tat gut, mal aus dem Shanghai Smog raus und Sport treiben. Dafür kann ich jetzt vor lauter Muskelkater nicht mehr Treppenlaufen.
In China in die Berge zu gehen ist nicht dasselbe wie in der Schweiz. Sie haben hier die ganze Gebirgslandschaft mit Treppen erschlossen, dass auch jedermann raufkommt und niemand runterfällt. Somit war der ganze Berg mit ca. 1 Million Chinesen und 6 ausländischen Touristen besiedelt was das Naturerlebnis ein wenig beeinträchtigt. Dafür wars umso lustiger. Am Samstagmorgen sind wir um 5.15 aufgestanden um den Sonnenaufgang zu sehen, der angeblich spektakulär sein soll hier oben. Anstatt Sonnenaufgang gabs dann Regen.

Wenn die Chinesen in die Ferien gehen tun sie das oft in Gruppen. Um das Gruppengefühl zu erhöhen haben alle zu einer Gruppe gehörenden Individuen das selbe Käppchen an oder halten ein Fähnlein in der Hand, oder dieselben Tshirts... sie folgen dann ihrem (Reise)führer der mit einer Art Megaphon ausgerüstet ist, aufpasst dass niemand verloren geht und ihnen sagt wo sie Fotos machen sollen. So marschieren unzählige lärmige Grüppchen durch die Landschaft und fotografieren an jeder Ecke. Wer nicht so fit ist lässt sich von zwei Trägern in einem Sessel tragen. Ein Graus für europäische Individualtouristen, aber hier scheint das jedermann zu mögen. Auf den bekanntesten Wegen muss man anstehen um zu passieren.
Da es ausser uns 6 Europäern wirklich fast keine Ausländer hatte waren wir eine Attraktion (wie Tiere in einem Zoo) und mussten als Fotomodel hinhalten und mit chinesischen Familien fürs Fotoalbum posieren. Wenn sie uns wenigsten danach auch gefüttert hätten wie Tiere im Zoo hätte ich sogar noch Spass daran gehabt. Ein lustiges Volk diese Chinesen!

Am Sonntag gingen wir Wasserfälle besuchen. Dort hat der Weg aufgehört nach etwa 2 km, auf einem Schild stand -Weitergehen auf eigene Gefahr-. Von da an waren wir ganz alleine, herrlich. Barfuss gingen wir im Fluss flussaufwärts und fanden schönste Badeorte...."; $adresseKom=" "; ?>